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Mein nächster Schritt: Galerie 6b

9. Okt.
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Ich bin in meiner künstlerischen Karriere gerade an einem Punkt, wo es primär nicht mehr um die Frage „Was will ich eigentlich malen?“ geht, sondern mehr darum, wie ich mich weiter entwickle und für mehr Sichtbarkeit sorge.


Malerei ist kein reines Hobby mehr, aber ich bin auch noch nicht etabliert genug, dass ich für eine kommerzielle Galerie interessant wäre. Genau aus diesem Grund habe ich dieses Jahr einen Zwischenschritt gewagt: Ich habe mich einer jungen Produzentengalerie angeschlossen. Und weil ich das so spannend fand und gerne mit euch teilen wollte, habe ich kurzerhand mit Tina Ritter, einer der Gründerinnen der Galerie, ein kleines Interview geführt.


Logo der Galerie 6b mit dem Ausschnitt eines meiner Bilder

Die Galerie mit dem Namen „Galerie 6b“ wird von zwei Künstlerinnen geführt – Tina Ritter aus Darmstadt und Rose Marie Modenesi de Broser aus Peru:


TR: Wir beide haben uns in einer regionalen Künstlergruppe kennengelernt und gemerkt, dass die Chemie bei uns passt und wir sehr gut zusammen Projekte organisieren können. Der künstlerische Schwerpunkt liegt bei mir auf gegenständlicher Malerei und bei Rose Marie auf abstrakten Arbeiten.


Wie seid ihr auf die Idee gekommen, eine Galerie zu gründen?


TR: Zunächst haben wir festgestellt, dass zu zweit einfach alles leichter ist. Das fängt beim Aufteilen der Arbeit für ein Projekt oder Ausstellung an und hört beim geteilten finanziellen Risiko für eine Kunstmesse auf. Ein Künstlerkollektiv wäre eine Alternative gewesen. Da wir perspektivisch von der Kunst leben wollen, war die Galeriegründung für uns aber der richtige Schritt. 


Bei einer Produzentengalerie sind auch die Galerieeigentümer:innen Künstler:innen und vertreten sich selbst mit. Die Künstler:innen können sich auf Messen auch selbst vertreten und einen direkten Kontakt zu den Käufer:innen aufbauen. Viele Kund:innen geben uns das Feedback, dass der persönliche Kontakt zum Künstler oder zur Künstlerin für sie eine wichtige und positive Erfahrung ist. Jede Künstler:in trägt also ein Stück zum Ganzen bei, hat aber auch selbst mit in der Hand, wie und wo er/sie sich präsentieren will. 


Und was haben die Künstler:innen davon, Teil einer Produzentengalerie zu sein?


TR: Ich denke, man muss unterscheiden, ob die Alternative eine kommerzielle Galerievertretung oder die Arbeit als Solokünstler:in ist. 


Das Hauptargument gegenüber einer kommerziellen Galerie ist ein wirtschaftliches, da der Erlös beim Verkauf eines Werkes zu 100% an den/die Künstler:in geht. Man verkauft seine Arbeit ja selbst. Gleichzeitig muss man aber die Unkosten für Ausstellungen oder Messen mittragen.


Hauptgründe gegen die alleinige Selbstvermarktung gibt es mehrere: die Vertretung durch eine Galerie zeigt dem/der Käufer:in die Seriosität und Professionalität, was vertrauensbildend ist. Das geteilte wirtschaftliche Risiko bei Kunstmessen und der breitere Zugang zu Messen und Ausstellungsorten ist für die Künstler:innen ein großer Vorteil.


Ganz konkret ermöglicht mir das gerade, bei Messen und Märkten mit aufzutreten, die mir allein zu teuer oder schlicht nicht erreichbar wären – wie demnächst bei meiner ersten Kunstmesse!


TR: Als Künstler:in einer Produzentengalerie öffnen sich auch Türen, die einem allein verschlossen bleiben. Außerdem teilen sich die Künstler die Arbeit der Organisation und unterstützen sich gegenseitig. Der künstlerische Austausch untereinander ist nach meiner Meinung ebenfalls ein großer Mehrgewinn.


Der erwähnte Austausch ist für mich übrigens mehr als wertvoll. Wir tauschen uns zu allem aus – zu malerischen Techniken, Ausschreibungen und Bewerbungen, Vermarktung, etc. pp. Im Grunde alles, was ich mir ursprünglich mal von Kunstvereinen erhofft hatte, was aber so nie eingetreten ist. Im Gegenzug kann ich mich auch einbringen – unter anderem mit meinem Design-Know-How. Ich habe beispielsweise das Video für die Messe erstellt:


Social Media Video für unseren Beitrag zur Contemporary Art Ruhr

Zur inhaltlichen Ausrichtung der Galerie hat mir Tina Folgendes gesagt:


TR: Wir vertreten Kunst aufstrebender regionaler, zeitgenössischer Künstler:innen. Die Kunst kann grafisch, abstrakt, gegenständlich oder auch skulptural sein. Da wir eng zusammen arbeiten, ist neben der Qualität der Kunstwerke aber auch der menschliche Aspekt wichtig – es muss passen, damit wir bei gemeinsamen Aktionen gut harmonieren.


Wo kommt eigentlich der Name her?


TR: Tatsächlich stammt das „6b“ aus der Adresse, unter der die Galerie derzeit eingetragen ist. Zudem ist 6b ein wunderbarer Härtegrad von Bleistiften ;)


Apropros Adresse – die Galerie hat ja (noch) keine Räumlichkeiten zum Ausstellen. Gibt es Pläne dafür?


TR: Für die Zukunft ist ein fester Ort geplant und wir sind bereits auf der Suche nach einem guten und für uns langfristig finanzierbaren Raum. Vielleicht gibt es als Zwischenlösung erstmal eine vorübergehende Pop-up- Galerie.


Auf die Frage, was sie in Zukunft gerne mit der Galerie erreichen würde, entgegnet sie lachend:


TR: Millionäre werden ;) Nee, im Ernst – einen festen Kundenstamm und ein gutes Standing in der regionalen Kunstszene ist zunächst mal ein gutes Ziel. Perspektivisch wollen wir die Galerie auch online besser etablieren, um unseren Künstler:innen eine bessere Reichweite zu ermöglichen. Und ansonsten sind wir offen, welche Türen sich in Zukunft auftun.


Unsere erste gemeinsame Präsentation führt uns auf die Contemporary Art Ruhr auf dem Gelände des UNESCO-Welterbes Zollverein in Essen. Unser dortiges Ausstellungskonzept bezieht sich inhaltlich auf verschiedene Positionen zum Thema Zeit. Während ich Bilder zeige, in denen ich mich mit der gegenwärtigen Zeit und der zunehmenden Digitalisierung auseinandersetze, stellt Tina Ritter Bilder aus, die die Flüchtigkeit und Vergänglichkeit des Augenblicks festzuhalten versuchen. Und Rose Marie Modenesi de Broser zeigt Arbeiten, die teilweise über jahrelange Prozesse Schicht um Schicht entstanden sind.


16.-18.10.2026

Contemporary Art Ruhr (C.A.R.)

Die innovative Kunstmesse

UNESCO-Welterbe Zollverein, Essen

Ihr findet uns im Gebäude Mischanlage/C70, Trichterebene – Stand Nr. 62.

Falls ihr mich persönlich treffen wollt, kommt am 18.10. vorbei!


Ansicht Gelände des Welterbes Zollverein, Foto: (c) Anna Kirchner, mit freundlicher Genehmigung der C.A.R.
Foto: (c) Anna Kirchner

Innenansicht der Contemporary Art Ruhr, Foto: (c) Matthias Duschner, Stiftung Zollverein, mit freundlicher Genehmigung der C.A.R.
Foto: (c) Matthias Duschner, Stiftung Zollverein

Direkt eine Woche später verschlägt es uns zur FineArts in das wunderschöne Kloster Eberbach. Auf dem Kunstmarkt habe ich die Möglichkeit, ein paar meiner Flow-Arbeiten zu präsentieren.


Stand Nr. 34 - Galerie 6b (im Laiendormitorium)

24.-25.10.2026

FineArts

Kloster Eberbach im Rheingau (Eltville)

Persönlich bin ich am 24.10. vor Ort.


Kloster Eberbach im Sonnenschein, Foto: Jeanette Bohn

Wir freuen uns darauf, mit euch ins Gespräch zu kommen und mit euch über die Geschichten hinter den Arbeiten zu sprechen! Kommt vorbei und erlebt die Kunst hautnah, live und in Farbe! Zur Galerie-Website

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