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3x3 für die Galerie – Abenteuer Ausstellung!

Aktualisiert: 20. Mai

Jahrelang habe ich neidisch zugeschaut, wie andere sich selbst verwirklicht haben – Bücher geschrieben, Comics produziert, sich als Illustrator:in selbstständig gemacht oder als Künstler:in Erfolge gefeiert. Bis ich während der Pandemie realisiert habe, dass das so nicht weiter gehen kann und ich anfing, der Kunst in meinem Leben mehr Raum zu geben.


Seitdem gehe ich Schritt für Schritt meinen Weg und erfülle mir damit einen lang gehegten Traum. Es ist der Beginn einer Reise, um mich kreativ und frei auszudrücken und die Ergebnisse davon zu teilen – am liebsten live und in Farbe, auf Ausstellungen.


Nachdem ich schon einmal das Glück hatte, Zeichnungen im Historischen Museum Frankfurt sowie Acrylbilder beim Museumsuferfest zu präsentieren, hatte ich nun endlich die Gelegenheit für eine Ausstellung in einer Galerie.

 

Die Ausstellungsreihe "Die Neuen"

 

Der BBK Frankfurt – der Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler – gibt jedes Jahr den neu hinzugekommenen Mitgliedern die Gelegenheit, gemeinsam die eigenen Räumlichkeiten in Frankfurt zu bespielen, sich vorzustellen und den Beitritt zu feiern – und damit dieses Mal auch mir.

 

4 Wochen vor Eröffnung: Organisation und Vorbereitung

 

Bei unserem ersten Orgatreffen wurden wir von einem aktuellen sowie einem ehemaligen Vorstandsmitglied aus dem Verein unterstützt. Die Flyer für unsere Ausstellung und die Räumlichkeiten stellt der Verein – den Rest sollten wir selbst organisieren. Wir legten Öffnungszeiten fest, erstellten einen Aufsichtsplan und eine Chatgruppe zur Abstimmung aller weiteren Themen. Ich hätte nicht gedacht, dass die Zeit vor der Ausstellung mit so viel Koordination und Kommunikation verbunden sein würde. Es ist wie bei allem: Wenn man nicht selbst involviert ist, sieht man nicht, wieviel Arbeit dahintersteckt.

 

Mein Design-Background und mein Anspruch sorgten dafür, dass ich mich um unsere Social Media Posts und um Plakate kümmerte, während andere Pressemitteilungen schrieben, das Finanzielle regelten und musikalische Begleitung für die Vernissage – inklusive eines Flügels für die Galerie – organisierten. Und irgendwie rutschte ich auch in die Rolle der Person, die versucht, über alle Fäden den Überblick zu behalten und bei Fragen zu helfen und zu vermitteln. Nicht ganz unstressig :D



Ich hatte außerdem sehr früh den Plan gefasst, dass ich ganze neun Bilder auf einmal zeigen wollte – in einem 3x3 Raster. Die Krux war nur, dass bis dato erst sechs Bilder fertig waren. Mit der festen Deadline im Nacken, musste ich schnell die restlichen Motive fertigstellen – ein echtes Rennen gegen die Zeit. Erst wenige Tage vor der Hängung war ich schließlich so weit, dass ich alle Bilder versiegeln, unterschreiben und rahmen konnte.


Fertigstellen & rahmen

Kezia-Serie 07-09

 

Im mittlerweile dritten Teil meiner Kezia-Serie habe ich die Songs 07-09 des gleichnamigen Albums interpretiert. Diese werden aus der Sicht der Verurteilten, "Kezia", erzählt. (Mehr zur restlichen Serie und ihrer Entstehung in meinen Blogartikeln hier und hier).

 

Es geht darin um Kezia's inneren Konflikte, um ihr Verbrechen, ihre Weiblichkeit und ihre Vergänglichkeit. Dramatische und, wie ich finde, bildgewaltige Themen. Song 08 wirkt wie ein derart anklagender Text an das Patriarchat, dass ich mich immer wieder frage, wie die damals 18-19-jährigen Bandmitglieder, allesamt Männer, so etwas zu Papier bringen konnten.


Kezia-Serie, Bilder 07-09

Bild 10 ist bereits in Arbeit und wird im Anschluss an die Ausstellung fertiggestellt werden, denn das Album hat schließlich 10 Songs. Erst danach werde ich mich neuen Projekten widmen.


6 Tage vor Eröffnung: Wasserschaden in der Galerie

 

Gerade, als ich mich langsam entspannte, weil nun alles vorbereitet war und seiner Wege ging, kam die Hiobsbotschaft via Messenger: Wir hatten einen Wasserschaden im Galerie-Untergeschoss. Ob wir so überhaupt eröffnen konnten? Auch wenn ich das ganze nur aus der Ferne verfolgte (Auspumpen, Termine mit Hausverwaltung und Handwerkern, Trocknungsversuche), war die Anspannung zum Greifen nah.

 

2 Tage vor Eröffnung: Die Hängung

 

Ich machte mich deshalb auch mit gemischten Gefühlen auf den Weg zur Hängung – wir hatten entschieden, uns vor Ort nochmal ein Bild zu machen und je nach Lage zu entscheiden, ob wir wirklich eröffnen könnten. Uns allen war klar, dass es ein Supergau gewesen wäre, so kurzfristig abzusagen, da schon zahllose Posts und Flyer verbreitet, Gäste eingeladen, Züge und Hotels gebucht waren. Ganz zu schweigen von allen anderen Verpflichtungen, die jede und jeder einzelne von uns hat.

 

Vor Ort dann die Erleichterung: in der Galerie oben war alles in Ordnung und wir konnten guten Gewissens mit der Vorbereitung starten. Dank des beherzten Putz-Einsatzes einer Mitstreiterin blitzte der Raum nur so! (Danke, Nadja!) Auch im Untergeschoss war mittlerweile das Gröbste getan, der nasse Teppichboden entfernt und ein Trocknungsgerät dabei, den Rest zu erledigen.

 

Nach und nach trudelten alle ein und wir verteilten unsere Werke im Raum. Die vielen ausdrucksstarken Arbeiten ließen sofort erahnen, dass wir hier eine großartige und abwechslungsreiche Ausstellung kreieren würden. Als dann noch unsere Musikerin eine Kostprobe am Flügel zum Besten gab, stellte sich bei mir endlich das Gefühl ein, dass alles gut werden würde.

 

Also ab auf die Leitern und ran an die Schnüre und Nägel – es entstand ein geschäftiges Treiben und nach knackigen drei Stunden hing schließlich alles. Mit gegenseitiger Unterstützung, dem Tausch von Hängematerial, klugen Ratschlägen und anerkennenden Worten entstand dabei auch ein schönes Gemeinschaftsgefühl. Die Ausstellung wurde nun real und greifbar – und mich überkam wahnsinnige Vorfreude!



Es ist soweit: Vernissage & Ausstellung

 

Mit blumengeschmückten Tischen, reichhaltigem Buffet und einer ansprechenden Auswahl an Kaltgetränken öffneten wir am Freitag dann endlich die Pforten. Es dauerte nicht lang, bis die Galerie prall gefüllt war mit Publikum, inklusive einiger Freunde und Freundinnen von mir, die gekommen waren, um mich zu unterstützen.

 

Melissa Klingelhöfer gab am Flügel ihre Stücke zum Besten und erfüllte den Raum mit den schönsten Klängen. Im Anschluss moderierte Maike Kreichgauer den Abend und alle Ausstellenden durften sich und ihre Arbeiten kurz vorstellen. Obwohl ich sehr mit meiner Nervosität kämpfte, fand ich es auch schön, Kontext zu meiner Bildserie geben zu dürfen. In den Gesprächen danach wurde mir das auch bestätigt und ich noch mehr zu den Hintergründen der Bilder ausgefragt – zum Albumkonzept, der Band und meiner Umsetzungsidee. Es war schön, dass meine Bilder und ihr Arrangement so viel Anklang fanden.


Auch bei den anderen Ausstellenden blickte ich in zufriedene Gesichter. An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön! Das alles wäre nicht möglich gewesen ohne so viele anpackende Beteiligte.


Fotos: Isabel Blessing-Peest, Barbara Walzer
Die Neuen 2023 mit Vorständin Maike Kreichgauer. Foto von Barbara Walzer
Ein paar Impressionen aus der Ausstellung. Arbeiten von: Eric Schrade, Rose Marie Modenesi de Broser, Tina Ritter, Ljuba Babenko, Kerstin Stechl, Jindeok Choi

Kommt vorbei!

 

Die Ausstellung läuft noch bis zum 09. Juni 2024 jeweils freitags 17–20 Uhr sowie samstags/sonntags 14–18 Uhr. Ich werde am 25. Mai zu den Öffnungszeiten vor Ort sein oder auf Anfrage. Also kommt gern vorbei und schaut es euch an, es lohnt sich – nicht nur für meinen Beitrag!


Wo: BBK, Hanauer Landstr. 89, Frankfurt a. M.



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