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Frankfurt überbrückt: Einmal im Museum ausstellen!

Aktualisiert: 8. Jan.

Urban Sketching und das Stadtlabor


Es gibt wenig, was mich so entspannt wie das Zeichnen. Schon lange begleiten mich Skizzenbücher und oft halte ich urbane Architektur fest. Irgendwann entdeckte ich, dass ich damit nicht allein bin. „Urban Sketching“ ist ein Trend, der weltweit existiert. In regionalen Gruppen ziehen Zeichner:innen oft gemeinsam los, um Ansichten unserer Lebensräume zu Papier zu bringen.


Die Urban Sketchers Rhein-Main organisieren nicht nur Treffen an öffentlichen Plätzen, sondern auch an Orten, zu denen man als Einzelperson nicht so ohne Weiteres Zugang erhalten würde. So waren wir beispielsweise schon am GSI Darmstadt den Teilchenbeschleuniger zeichnen (und haben währenddessen den uns herumführenden Physiker Löcher in den Bauch gefragt! Ultraspannend.)


Die Urban Sketchers waren es auch, die den zeichnerischen Schwerpunkt für die aktuelle Ausstellung anregten. Das Stadtlabor des historischen Museums in Frankfurt am Main existiert schon seit 2010. Hier wird Frankfurter:innen die Möglichkeit gegeben, selbst zu den Ausstellungen beizutragen. Dieses Mal zum Thema: „Stadt-Blicke. Eine subjektive Frankfurt-Kartographie“.


Foto: Historisches Museum Frankfurt

Entstehungsprozess


Im Frühjahr fiel der Startschuss. Nach einer Art Kick-Off, in welchem die Kurator:innen die Erwartungshaltung des Museums erklärten, stellten wir unsere Projekte vor. Ich hatte mich relativ zügig für das Thema „Innenstadtbrücken“ entschieden, weil ich mich bei meinen Mainspaziergängen einfach nicht daran sattsehen kann. Unerwarteterweise hat sich von den restlichen Teilnehmer:innen niemand für dieses Thema entschieden. Umso wichtiger fand ich es, diesen schönen Aspekt unserer Stadt vertreten zu wissen!


Foto: Jens Gerber

Anfangs war mein Plan noch, eine große Brücke aus vielen kleinen Zeichnungen zu entwickeln und sogar jeweils den aktuellen sowie einen historsichen Zustand darzustellen. Die Streben zwischen dem unteren und dem oberen Teil der Brücke sollten Vergangenheit und Gegenwart verbinden, gleichzeitig hätte man so einen Zeitstrahl gehabt.



Zu diesem Zweck durfte ich sogar im Archiv des historischen Museums in uralten Zeichnungen und Fotos stöbern. Das war unfassbar interessant und inspirierend. Der Plan mit dem Multibrückenbogen wurde irgendwann verworfen, weil die Kurator:innen fanden, dass diese Metapher zu viel sei und die einzelnen Zeichnungen schwächen würde. Da es sowieso nicht zu jeder Brücke ein interessantes „Damals vs. Heute“ gab, entwickelte ich einen neuen Plan.


So entstanden schlussendlich drei Werke. Zwei Nachtansichten von Brücken, die jeweils in ihrer „Spiegelung“ wiederum andere Brücken zeigen. Und ein Blatt mit allen neun derzeitigen Innenstadt-Mainbrücken von Ost nach West, gestapelt und zu einem komplexen Gebilde zusammengewachsen.


Vernissage und Ausstellung


Die Deadline für die Abgabe der Werke war bereits im August. Danach kümmerte sich das Team des historischen Museums um den Aufbau. Bauzäune brachten die veränderliche Stadt in den Museumsraum, an ihnen wurden Projekte von über 80 Stadtlaborant:innen präsentiert. Kurz vor der Eröffnung schaute ich nochmal vorbei, nervös, ob meine Bilder auch tatsächlich hängen würden. Irgendwie traute ich dem Braten nicht.


Die Sorge war natürlich unbegründet. Am 21.10.22 war es endlich soweit – meine erste Vernissage. Und dann gleich in einem richtigen Museum! Es ist schwer zu beschreiben, was an diesem Abend in mir vorging. Eine Mischung aus Stolz und Unglauben trifft es wahrscheinlich am besten. Da fiel wirklich eine Last von mir ab, als meine Bilder nun wirklich da hingen, für alle sichtbar.


Die Ausstellung läuft noch bis zum 10.04.23. Mehr Infos gibts hier.


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